Mehr Schatten als Licht: Premium-Kreditkarten

Montag den 10.09.2018

Sie unterscheiden sich von ihren „normalen“ Artgenossen auf den ersten Blick durch die Farbe – sie schimmern in Gold oder Platin – oder einfach nur durch den Namen: sogenannte Premium Kreditkarten. Entscheidend ist aber nicht die Optik, sondern der Leistungskatalog. Und der sollte bei den höherwertigen Karten deutlich größer sein. Schließlich kosten Visa, MasterCard und Co. in der Premium-Variante auch deutlich mehr. Doch die Investition lohnt sich nur bedingt, sagt die Stiftung Warentest.

Test mit 32 Kreditkarten

Unter die Lupe genommen wurden 32 Kreditkarten, bei denen die Zahlungsfunktion unter anderem mit einer Reiseversicherung kombiniert wurde. Eine klare Empfehlung können die Tester nicht aussprechen. Denn nahezu alle Produkte haben mehr oder weniger gravierende Mängel, so das Ergebnis der Zeitschrift „Finanztest“. Oder anders ausgedrückt: Die Zusatzleistungen sind ihr Geld nicht wert. Während eine normale Kreditkarte im Schnitt 20 Euro pro Jahr kostet, liegt die Jahresgebühr für Premium-Karten bei bis zu 100 Euro

Dafür darf man normalerweise einen soliden Versicherungsschutz erwarten. Doch leider halten die Kreditkarten nur bedingt, was sie versprechen. Um einige Probleme beim Namen zu nennen: Teilweise greift die Reiseversicherung nur, wenn der Urlaub mit Kreditkarte bezahlt (Ausnahme Barclaycard Platinum) oder über einen bestimmten Reiseveranstalter gebucht wurde. Bisweilen ist auch nur der Karteninhaber geschützt oder der schützende Mantel entfällt, weil die Reisekosten höher sind als die Versicherungssumme.

Auf die Details kommt es an

Ähnlich verhält es sich bei anderen Zusatzleistungen, mit denen für die Premium Kreditkarten geworben wird. Dazu gehören unter anderem Tankrabatte. Hier muss man dann zum Beispiel darauf achten, ob der Nachlass ab einem gewissen Betrag gedeckelt wird.

Unter dem Strich fällt das Fazit zu den Premium Kreditkarten eher nüchtern aus. „Es sind entweder hohe Gebühren, die da anfallen oder die Versicherungsleistungen weisen Mängel auf. Wer sich doch für eine Premium-Kreditkarte interessiert, sollte auf jeden Fall Kosten und Nutzen abwägen und sich überlegen, ob man die Zusatzleistungen wirklich nutzt, ob sie für einen persönlich wertvoll sind.“

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